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Republik in Osteuropa und Nordasien, mit knapp 17,1 Mio. km² flächengrößter Staat der Erde von der Ostsee bis an den Pazifik und vom Eismeer bis in die Subtropen, 145,2 Mio. Einwohner, Hauptstadt Moskau, Amtssprache Russisch.

Land und Leute

Grob gliedert sich das riesige Russland in den relativ flachen europäischen Teil bis zum Ural und im Süden bis zum Kaukasus mit dem Löwenanteil der vorwiegend großrussischen und russisch-orthodoxen Bevölkerung (zahlreiche ethnische Minderheiten, z. T. in Autonomen Republiken) und in den asiatischen Teil, der vom Westen (Westsibirisches Tiefland) ins Ostsibirische Bergland ansteigt und in südlichen Regionen Hochgebirgscharakter annimmt.

Wirtschaft

Es sind alle Klimate vertreten (außer Tropen) und alle Böden, die nach Ende des Kleinbauerntums durch die kommunistische Kollektivierung vorwiegend extensiv bewirtschaftet werden. Dabei liefert der europäische Teil die Grundnahrungsmittel, während aus Sibirien v. a. Plantagenprodukte (Baumwolle u. a.) und Holz sowie Rohstoffe kommen. Ungeheuer reich an Bodenschätzen, fehlen Russland jedoch sowohl Kapital und Know-how wie eine entsprechend ausgebaute Infrastruktur zur profitablen Ausbeutung der oft schwierig gelegenen Lagerstätten. Wesentlicher Devisenbringer sind Erdöl und Erdgas. Die außer auf dem Rüstungs- und Raumfahrtsektor weitgehend veraltete Industrie steckt in schwerer Strukturkrise.

Geschichte

Im 9. Jh. kam es in den ostslawisch besiedelten Gebieten des heutigen europäischen Russlands zu ersten Staatenbildungen in Nowgorod und Kiew, die sich um 890 vereinigten und das orthodoxe Christentum annahmen. Das Kiewer Reich erlag im 13. Jh. dem Mongolensturm, das Moskauer Großfürstentum erstarkte und begann mit der "Sammlung der russischen Erde". Iwan III., dem Großen (1462–1505), gelang die Befreiung von der Mogolenherrschaft und die Begründung eines autokratischen Einheitsstaats, den Iwan IV., der Schreckliche (1533–84), ausbaute. Unter ihm begann auch die Erschließung Sibiriens.

Zu einem modernen Staat aber machte Russland erst Peter I. der Große (1689–1725) durch Übernahme westlicher Vorbilder. Und zur europäischen Großmacht wurde Russland durch den Sieg über Napoleon und nachfolgende imperialistische Expansion (Finnland, Polen, Bessarabien, Ausgreifen bis zum Pazifik und weit nach Süden). Feudalistische Rückständigkeit führte immer wieder zu Unruhen, die 1905 revolutionäre Züge annahmen und 1917 die Zarenherrschaft beseitigten und den Sieg der Bolschewisten in der Oktoberrevolution brachten. Russland war nun Führungsmacht der Sowjetunion, russifizierte die angegliederten Republiken und bolschewisierte nach dem Sieg im 2. Weltkrieg unter Stalin (1924–53) ganz Ost- und Südosteuropa. Der russisch beherrschte Ostblock aber war immobil und letztlich den zentrifugalen Kräften nicht gewachsen. Die Planwirtschaft erwies sich zudem als Misswirtschaft und ruinierte die Basis der sowjetischen Weltmacht.

Der Reformkurs Gorbatschows seit 1985 baute die Konfrontation zum Westen und die sowjetische Hegemonie im Osten ab, was zum Zerfall des Warschauer Pakts, zum Sturz der kommunistischen Herrschaft in den Satelliten-Staaten und nach einem letzten Umsturzversuch dogmatischer Kommunisten 1991 zur Auflösung der Sowjetunion führte. Russland wurde selbstständige Präsidialrepublik, verbot die kommunistische Partei und begann mit demokratischen und marktwirtschaftlichen Reformen. In Folge davon gründete Russland mit anderen ehemaligen Staaten der Sowjetunion die Gemeinschaft unabhängiger Staaten GUS. Die seit Mitte der 1990er Jahre aufgetretenen Unabhängigkeitsbewegungen und Machtkämpfe in zahlreichen Teilrepubliken wurden teilweise brutal niedergeschlagen (Tschetschenien).

Gorbatschows Nachfolger Jelzin ließ Teile der Wirtschaft privatisieren, was jedoch das erklärte Ziel verfehlte: Es folgte der Zusammenbruch der Wirtschaft, hohe Inflation und politische Destabilisierung. Nach dem Amtsantritt Putins 2000 besserte sich die wirtschaftliche und politische Lage Russlands rasch, allerdings z. T. auf Kosten der Demokratie. Putins Nachfolger ist seit Mai 2008 dessen Wunschkandidat Medwedew. Im Sommer 2008 kam es zwischen Russland und Georgien zu einem militärischen Konflikt um den Status der beiden autonomen Regionen bzw. Republiken Südossetien und Abchasien.